Marktsignal
Digitale EU-Produktpässe für Textilien: Unterlagen vorbereiten, nicht nur einen QR-Code
Für den Bekleidungseinkauf besteht die sinnvolle Vorbereitung in konsistenten Material- und Fertigungsinformationen. Textilspezifische Produktpassanforderungen werden noch entwickelt.

Ein digitaler Produktpass ist nur so nützlich wie die dahinterliegenden Unterlagen. Stellen Sie vor der Auswahl einer Plattform sicher, dass sich Faserspezifikationen, Materialreferenzen und Fertigungsinformationen Ihrer Kollektion dem richtigen Produkt zuordnen lassen.
Was bereits beschlossen ist
Textile Bekleidung zählt zu den Prioritäten im Arbeitsplan der EU-Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte. Nach Angaben der Europäischen Kommission werden textilspezifische Produktpassanforderungen in einem künftigen delegierten Rechtsakt festgelegt. Es besteht also noch keine pauschale Pflicht für jedes Kleidungsstück. Ein vorläufiger politischer Zeitplan ist keine verbindliche Konformitätsfrist für ein Produkt.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem heutigen Aufbau verlässlicher Unterlagen und einer Konformitätsaussage zu noch nicht abschließend festgelegten Anforderungen. Verfolgen Sie im weiteren Gesetzgebungsverfahren sowohl den Produktgeltungsbereich als auch die anwendbare Übergangsfrist.
Mit einer nutzbaren Produktdokumentation beginnen
Verknüpfen Sie die Modellreferenz mit der freigegebenen Stückliste, der Faserzusammensetzung, den Stoff- und Zutatenreferenzen sowie den Fertigungsstandorten. Halten Sie Versionsänderungen nachvollziehbar: Ein anderes Futter oder Elastikband kann die zur korrekten Produktbeschreibung benötigten Angaben verändern, obwohl der Modellname gleich bleibt.
Legen Sie für Nachbestellungen fest, welche Unterlagen auf Modellebene unverändert bleiben und welche für eine Materialpartie oder einen Produktionsauftrag aktualisiert werden müssen. Dies ist eine Maßnahme zur Beschaffungskontrolle und keine Aussage, dass all diese Datenfelder künftig verpflichtende Produktpassangaben werden.
Zuständigkeiten für die Bereitstellung und Prüfung jedes Datenfelds abstimmen
Eine Marke kann über die Produktkennung und die verbraucherbezogenen Informationen verfügen, während Stoffhersteller, Komponentenlieferanten und Konfektionswerke jeweils andere Fertigungsunterlagen führen. Klären Sie, wer jede Angabe bereitstellt und prüft und wie eine überarbeitete Fassung das für die Veröffentlichung zuständige Team erreicht.
Verwechseln Sie öffentliche Produktinformationen nicht mit der uneingeschränkten Offenlegung geschäftlicher Unterlagen. Vereinbaren Sie Zugriffsrechte für sensible Lieferanten- und Auftragsinformationen, statt die vollständigen technischen Produktunterlagen zu veröffentlichen.
Die Vorbereitung für die Beschaffungsentscheidung nutzen
Fragen Sie beim Lieferantenvergleich, ob der vorgeschlagene Stoff, die Konfektionierung und die zugehörigen Nachweise gemeinsam geprüft werden können. Ein QR-Code mit Link zu einer allgemeinen Unternehmensseite belegt keine Produktrückverfolgbarkeit.
Das Fertigungsnetzwerk von DALI in China und Kambodscha ermöglicht es, Materialentwicklung und Bekleidungsfertigung im selben Beschaffungsgespräch zu behandeln. Teilen Sie Produktkategorie, Zielmarkt und Informationsanforderungen mit, damit das Team prüfen kann, welche Unterlagen für den vorgeschlagenen Fertigungsweg benötigt werden. Diese Unterstützung dient der Vorbereitung und beinhaltet keine Aussage über eine DPP-Zertifizierung.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen des Einkaufs
Sind digitale EU-Produktpässe für Textilien bereits für jedes Kleidungsstück verpflichtend?
Nein. Nach Angaben der Europäischen Kommission werden textilspezifische Anforderungen in einem künftigen delegierten Rechtsakt festgelegt. Prüfen Sie den endgültigen Geltungsbereich und die Anwendungsdaten für Ihr Produkt, bevor Sie einen Produktpass als verpflichtend behandeln.
Was sollte der Bekleidungseinkauf vor der endgültigen Festlegung der Textilvorschriften vorbereiten?
Beginnen Sie mit einheitlichen Modellreferenzen, freigegebenen Materialspezifikationen, Fertigungsstandorten und einer Dokumentation der Versionsänderungen. Welche Datenfelder letztlich verpflichtend sind, muss anhand der geltenden Rechtsvorschriften geprüft werden.
Prüfen Sie, welche Informationen Ihre Kollektion benötigt.
Teilen Sie DALI die Produktkategorie, den Zielmarkt und Ihre Anforderungen an Lieferanteninformationen mit.
Beschaffungsanforderungen besprechen